Anhang

IV. Die gotischen Unterschriften der Urkunden

1. Die Urkunde zu Neapel

Um 551 auf Papyrus geschrieben, früher im Archiv der gotischen Kirche St. Anastasia (aclisie gotice sancte Anastasie, eclesie legis Gothorum sca Anastasie), zu Ravenna, jetzt auf der Bibliothek zu Neapel.

Der gesamte Klerus dieser Kirche überläßt einem gewissen Petrus Defensor zur Tilgung einer Schuld von 120 Schillingen acht Uncien Marschland (paludes, saiwe) im Wert von 180 Schillingen und erhält den Überschuß von 60 Schillingen bar ausgezahlt.

Von den Unterschriften sind die folgenden gotisch:

1. † Ik Ufitahari papa ufm<el>ida handau meinai jah andnemum skilliggans ·j· jah faurþis þairh kawtsjon miþ diakuna Alamoda unsaramma jah miþ gahlaibaim unsaraim andnemum skilliggans ·rk· wairþ þize saiwe.

2. † Ik Sunjaifriþas diakon handau meinai ufmelida jah andnemum skilliggans ·j· jah faurþis þairh kawtsjon jah miþ diakona Alamoda unsaramma jah miþ gahlaibaim unsaraim andnemum skilliggans ·rk· wairþ þize saiwe.

3. Ik Merila bokareis handau meinai ufmelida jah andnemum skilliggans ·j· jah faurþis þairh kawtsjon jah miþ diakuna Alamoda unsaramma jah miþ gahlaibim unsaraim andnemum skilliggans ·r·k· wairþ þize saiwe.

4. Ik Wiljariþ bokareis handau meinai ufmelida jah andnemum skilligngans ·j· jah faurþis þairh kawtsjon jah miþ diakona Alamoda unsaramma jah miþ gahlaibaim unsaraim andnemum skilig<g>ans ·r·k· wairþ <þ>ize saiwe.

2. Die Urkunde von Arezzo

Papyrus-Urkunde, früher im Archiv des Domes von Arezzo.

Nur noch in ungenauem Faksimile und Abdruck in dem Werke von Doni Inscriptiones antiquae hrsg. von Gori (Florenz 1731) erhalten. Sie besagt, daß der Diakonus Gudilaib vier Uncien des Landgutes Caballaria um 133 Goldschillinge an den Diakonus Alamod verkauft hat. Die Unterschrift des Käufers hat Doni nicht kopiert.

Nur die got. Unterschrift Gudilaibs folgt hier:

Ik Gudilub ‘dkn’ þo frabauhtaboka fram mis gawaurhta þus ‘dkn’ Alamoda fidwor unkjane hugsis Kaballarja jah skilliggans ·rlg· andnam jah ufmelida.

1. Ufitahari] über der Zeile. — gahlaibaim] zum Teil zerstört, nur noch gahlaiba erkennbar Br. — unsaramma] unsarma Br. — ein ursprünglich flg. dau soll getilgt sein. — saiwe] z. T. zerstört, nur noch sa lesbar Br.

2. andnemum] nur andn zu erkennen Br. — faurþis] fauþis in der Zeile, r übergeschrieben Br. — diakona] nur diakon sichtbar Br. — skilliggans] sk . . | liggans Hs. Br.

3. andnemum] -um zerstört Br. — diakuna] -a zerstört Br. — Alamoda] . . . . | moda allein erkennbar Br. — skilliggans] nur s . . . . . . gans zu sehn Br.

4. andnemum] nur a noch vorhanden Br. — miþ diakona] bis auf mi zerstört Br. — unsaraim] -aim vernichtet Br. — andnemum] -um allein erhalten Br. — skilliggans] skilligans Hs. Br.

Gudilub] so Doni-Gori, Gudilaib Maßmann nach Gudilebus Gudiliuus des lateinischen Textes. — ‘dkn’1] diakon. — ‘dkn’2] diakona. — unkjane] der letzte Buchstabe im Faksimile unklar.